Was für eine Zeit! Die Probleme überall häufen sich, blähen sich auf und werden unüber- sehbar, und täglich kommen neue hinzu. Dabei bestätigt sich parallel der Eindruck, die Masse der Hobbits sei deutsch und bekäme von all dem recht wenig mit.

"Die Grenzgängerin" © Margarete Petersen

„Die Grenzgängerin“ © Margarete Petersen

Diese ganzen Baustellen, die sich in vielen Bereichen auftun, verlangen nach Klärung und Lösung, doch scheinbar fühlt sich nie- mand wirklich zuständig. Währenddessen macht die Regierung was sie will, und sie hat noch nie seit Bestehen der Bundes- republik solch eklatante Entscheidungen und Rechtsbrüche begangen, wie in dieser Zeit. Die Menschen scheint das nicht son- derlich zu stören – obwohl wir gerade mal wieder verraten und verkauft wurden, obwohl das Finanzsystem auf einen Kollaps zuläuft, obwohl in all unseren Daten ge- schnüffelt wird, und obwohl uns täglich wichtige Rechte genommen werden. Der allgemeine Druck auf die Menschen, sich ständig um existentielle Sicherung kümmern zu müssen, sorgt auch noch dafür dem Bedürfnis zu folgen, abzuschalten und zu entspannen, bei was auch immer.

Früher sind wir für weniger wichtige Gründe auf die Straße gegangen, so jährt sich am 17. Juni zum 60sten Mal der Aufstand von 1953. Früher waren unsere Wahrnehmungskanäle noch nicht verstopft von Ablenkungen aller Art. Doch inzwischen haben wir uns eine Situa- tion kreiert, in der die unaufgewachte Masse wie die Lemminge auf einen Abgrund zulaufen, ohne das überhaupt zu realisieren.

Zuerst einmal ist da die Hochwasserkatastrophe entlang der Flüsse Donau und Elbe, meh- rere Länder betreffend. Sie macht deutlich, daß die Natur uns noch immer überlegen ist und daß wir nicht genug vorgesorgt haben, sondern nun erhalten wir die Quittung für begradigte Flüsse und fehlende Auen als Ausweichmöglichkeit für das Hochwasser. So eine Flut ist immer ein Akt der Bereinigung, wobei Verdrängtes hochkommt, und nicht nur unappetitlich serviert wird, sondern existentiell bedrohlich ist für viele Menschen. Diese schweißt die Not zusammen, sie helfen sich gegenseitig wo sie nur können, während die Hilfen des Staates langsamer ankommen dürften.
Der Anblick der Besuche von Merkel und Gauck in den Flutgebieten macht eher zornig als glücklich – da geben sie ihre Floskeln von sich, ihnen hinterher ein Troß von Bodyguards und Staatssekretären, in Pose gesetzt für die Kameras, und werbewirksam für die Bundestags- wahl. Da kann man staunend und ungläubig sehen, wie der Präsident schwarze T-Shirts verteilt mit der Aufschrift „Fluthilfehelfer Gauck“ – aber hat irgendeiner von ihnen wirklich mit angepackt? Keiner verlangt von ihnen Sandsäcke zu schleppen, aber es gibt viele Möglich- keiten von praktischem Engagement. Ich habe wenig Verständnis dafür, wenn stattdessen das Berliner Stadtschloß neu gebaut werden soll (wofür sowieso kein Geld da ist), anstatt den Familien zu helfen, die Haus und Hof verloren haben. Genau diese Dinge zeigen uns eindrucksvoll, wie weit sich die Politiker vom Volk entfernt haben. Hier müßte schnell und unbürokratisch Hilfe kommen, und warum nicht diesen Menschen neue Häuser bauen? Das kann Schäuble dann ja als Spenden vom Haushalt absetzen. Was alles inzwischen egal ist, da ja das Geld sowieso in laufenden Rollen aus der EZB wächst.
Was uns zum nächsten einschneidenden Problem führt: die Übertragung der Bankenaufsicht an die EZB, eindrucksvoll geschildert in diesem DWN-Artikel (+ 496 empörte Comments), unbedingt lesen:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/14/bundestag-stimmt-in-heiterer-sitzung-fuer-abgabe-der-souveraenitaet/

Was für ein Staatsstreich! Nach dem ESM-Vertrag letztes Jahr verschenken sie nun auch die Bankenaufsicht – was bedeutet: wir haben überhaupt keine Kontrolle mehr über den Einsatz unserer Bankguthaben. Oder plastischer ausgedrückt: ebensogut hätten wir unser Geld ei- nem Dieb in die Tasche stecken können. Die Konten sind quasi ein Selbstbedienungsladen für Draghi geworden, wir haben ja nicht mal einen rechtlichen Anspruch auf unser Geld ge- genüber der Bank, sondern nur das Recht auf eine Forderung; ein großer Unterschied. Also läßt man das Geld besser zuhause, da ist es allemal sicherer. Dies sind alles Vorbereitungen zur vollständigen Entmachtung – und dieser Prozeß ist leider schon sehr weit vorange- schritten. Und wenn die Medien sich weiter verweigern, die Wahrheit zu berichten, wird es für die nicht informierten Bürger ein unangenehmes Aufwachen sein.

Für die erwachten spirituellen Menschen ist dieser Zustand kaum noch zu ertragen…….

Quelle und weiter: OSIRA „Die Sonnenwende am 21. Juni 2013“